Danach fühlen wir uns meist besser. Und wenn wir nicht alleine sind, steckt unser Gähnen oft auch andere an.
Gähnen ist ein sehr komplexer Vorgang, an dem verschiedene Nerven und Muskeln beteiligt sind. Das genaue „Wofür“ ist noch nicht ausreichend erforscht, und da ist sich die Wissenschaft bis heute nicht sicher. Bekannt ist jedoch, dass Gähnen durch die starke Anregung der Gesichtsmuskulatur zu einer kurzfristig verbesserten Durchblutung des Gehirns führt. Dadurch kühlt es etwas ab, wir können uns wieder besser konzentrieren und fühlen uns wacher. Auch der soziale Aspekt spielt eine Rolle: In einer Gruppe zeigt Gähnen Verbundenheit und sorgt nicht selten für ein Schmunzeln.
Was hat das Ganze nun mit der Logopädie zu tun?
Nun, beim Gähnen bewegt sich nicht nur die Gesichtsmuskulatur, sondern auch der gesamte Stimmapparat. Der Kehlkopf geht dabei in seine tiefstmögliche Position. Muskeln und Schleimhaut werden besser durchblutet, und man kann sogar von einem kleinen „Stimm-Reset“ sprechen.
Auch wenn es in Deutschland eher üblich ist, beim Gähnen möglichst leise zu bleiben, die Hand vor den Mund zu halten und es eher zu verbergen, lohnt es sich, wenn es die Situation erlaubt: laut, ausgiebig, mehrmals – und am besten noch mit Strecken und Räkeln verbunden – zu gähnen.
Also: Gähn drauf los!